Drei heilige Könige und eine heilige Landgräfin

Erstellt am 1. July 2014 von

Die Domstadt Köln steht anlässlich des 850. Jahrestages der Übertragung der Gebeine der hll. Drei Könige ganz im Zeichen dieser bedeutenden Heiligen. Aus Anlass des „Dreikönigsjahrs“ widmet sich die Ausstellung „Caspar – Melchior – Balthasar – 850 Jahre Dreikönigenverehrung im Kölner Dom“ neben dem  Schrein der Heiligen Drei Könige des Nikolaus von Verdun auch der mittelalterlichen Goldschmiedekunst des frühen 13. Jahrhunderts. Ein bedeutendes Zeugnis dieser Goldschmiedekunst ist das Armreliquiar der heiligen Elisabeth von Thüringen, das sich seit dem 19. Jahrhundert im Besitz der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn befindet und seither – mit Unterbrechungen – in der Schlosskapelle auf Schloss Sayn aufbewahrt wird.

Aufgrund seiner Bedeutung für die Kunst des ausklingenden Hochmittelalters entschloss man sich bei der Konzeption der Ausstellung, das Sayner Armreliquiar in der Kölner Domschatzkammer auszustellen. Am Dienstag wurde das Reliquiar dafür durch die Kölner Gold- und Silberschmiedin Cordula Baumsteiger begutachtet und durch Fachleute in einer klimatisierten Transportkiste nach Köln gebracht. Dort wird es dann vom 19. Juli 2014 bis 25. Januar 2015 neben weiteren bedeutenden Exponaten der Goldschmiedekunst des 13. Jahrhunderts zu sehen sein. Der Ellenknochen der heiligen Landgräfin Elisabeth, die eigentliche Reliquie, verbleibt auch in diesem Zeitraum an seinem Platz in der Mitte des Hochaltars der Sayner Schlosskapelle. „Wir freuen uns, dass Elisabeths Armreliquiar nach der großen Elisabethausstellung auf der Wartburg 2007 nun wieder im Rahmen einer bedeutenden Ausstellung gezeigt wird.“, erklärt Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, der ein direkter Nachfahre der heiligen Königstochter ist.

Doch nicht nur kunsthistorisch gibt es eine direkte Verbindung zwischen Sayn und dem Kölner Dreikönigsschrein, der aus der gleichen Epoche stammt wie das Armreliquiar. „Wenigen ist bekannt, dass der Dreikönigsschrein im Zweiten Weltkrieg in den Keller des Schlosses Weißenstein im fränkischen Pommersfelden ausgelagert wurde, ein Schloss, das sich im Besitz der Grafen von Schönborn befindet, der Familie meiner Frau“, so der Fürst. Der Schrein wurde 1942 mit weiteren bedeutenden Kunstschätzen in das Schloss gebracht, wo er bis zum Jahr 1944 bleiben sollte.

Besucher der Sayner Schlosskapelle haben in der Zeit der Abwesenheit des goldenen Armreliquiars die seltene Gelegenheit, einen genaueren Blick auf das Kissen zu werfen, auf dem sich die Reliquie Elisabeths von Thüringen befindet. Dieses Kissen bleibt, mit Ausnahme der Adventszeit, im Hochaltar der Schlosskapelle sichtbar.