Spaziergang

 

Begleiten Sie uns auf einem Spaziergang durch den Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn!

Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem selbst Erwachsene mit leuchtenden Kinderaugen auf Entdeckungsreise gehen, einen Ort voller Zauber, ein Ort, wie im Märchen. Auf dieser Seite nehmen wir Sie mit in diese Zauberwelt, den Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn.

Der Besucher betritt den Garten durch eine Klimaschleuse. Ein Vorhang hindert die Falter am Verlassen ihres eigentlichen und artgerechten Lebensraumes. Im Schmetterlingshaus selbst ist es wärmer und feuchter als im Freien, da sowohl die exotischen Schmetterlinge als auch die tropischen und subtropischen Pflanzen dies für eine optimale Entwicklung brauchen. Die Tagestemperatur beträgt im Durchschnitt 24 – 26° C, die Luftfeuchtigkeit etwa 60%.

Der Rundweg führt zunächst zu den Schaukästen. Die große „Puppenstube“ beherbergt viele verschiedene Schmetterlingspuppen, die oft wie vertrocknete Blätter oder Holzstückchen aussehen, aber lebende Puppen sind, in denen die geheimnisvolle Umwandlung, die so genannte Metamorphose, von der Raupe zum Schmetterling stattfindet. Ist der Falter fertig entwickelt, bricht die Puppenhülle auf und der Schmetterling klettert langsam und eindrucksvoll heraus. Meist geschieht dies in den Morgenstunden – mit etwas Glück kann der Besucher diesen faszinierenden Vorgang miterleben. 

Nach dieser anstrengenden „Geburt“ muss sich der Falter einen Moment ausruhen, um anschließend Blut in seine Flügel zu pumpen, die noch ganz verknittert am Körper anliegen. Langsam breiten sich die noch feuchten Flügel aus, bis sie schließlich zu ihrer vollen Größe entfaltet sind. Nun kann sich der Schmetterling von der großen Anstrengung erholen während seine zarten Flügel trocknen. Nach ungefähr einer halben Stunde ist er flugfähig und wird von den Biologen des Schmetterlingshauses in seine neue Heimat entlassen. Im nächsten Schaukasten werden weitere interessante Kleintiere wie z.B. Vogelspinnen oder Skorpione gezeigt.

Der Rundweg durch den Schmetterlingsgarten führt jetzt über die Filippa-Brücke. Sie trägt ihren Namen nach der zweitältesten Tochter von Fürst Alexander und Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Die anderen sechs Brücken wurden nach den weiteren Kindern der Fürstenfamilie, Alexandra, Sofia, Louis, Heinrich sowie Casimir und Christian Peter benannt.

Die meisten Schmetterlinge ernähren sich hauptsächlich von Blütennektar. Im Schmetterlingshaus finden Sie deshalb immer viele blühende Pflanzen wie z.B. das Wandelröschen oder den Hibiskus. Beide Sträucher sind wertvolle Nektarspender für unsere Falter. Die Schmetterlinge halten sich mit ihren Beinen am Blütenrand fest oder schweben wie ein Kolibri davor und saugen mit ihrem langen Rüssel den Nektar aus den Blüten. Einige Arten bevorzugen allerdings gärenden Obstsaft statt Blütennektar. Am Dschungelpfad befindet sich deshalb einer von vier Futtertischen, auf denen verschiedene Früchte als Zusatznahrung für die Schmetterlinge, vor allem für die Bananenfalter, ausgelegt sind.

Beim Verweilen auf der Alexandra-Brücke kann sich der Besucher an den großen japanischen Koi-Karpfen erfreuen, die sich in dem kleinen Bach tummeln. Auf den eigens für sie eingerichteten Schildkröteninseln räkeln sich derweil verschiedene Arten von Schmuckschildkröten. Sie leben zwar im Wasser, kommen aber zum Sonnenbaden immer wieder an die Oberfläche.

Den Weg zur Sofia-Brücke flankiert eine  Hibiskushecke. Vorsicht, hier könnte gerade Familie Wachtel mit ihren bloß hummelgroßen Kindern vorbeihuschen. Laut nach ihrer Mutter piepsend, laufen die wenige Tage alten Küken der chinesischen Zwergwachteln durch das Haus. Die nach ca. 23 Tagen ausschlüpfenden Nestflüchter können sofort nach dem Abtrocknen laufen und Futter picken. Sie brauchen aber dennoch etwa 10-14 Tage lang den wärmenden Schutz der Eltern.

Oben auf der Sofia-Brücke lässt sich der Blick über den Garten genießen während im Hintergrund munteres Gezwitscher unseren australischen und afrikanischen Zierfinken zu hören ist. Weitere interessante Kleintiere wie z.B. Wandelnde Blätter bevölkern die Schaukästen neben der Sofia-Brücke. Ähnlich wie manche Schmetterlinge haben auch diese Tiere spezielle Strategien entwickelt, um in der Natur zu überleben. Teilweise sind sie so gut getarnt, dass man genau hinsehen muss, um sie zu entdecken.

 

Der Rundgang durch den Schmetterlingsgarten führt nun, erneut durch eine Schleuse, in das Nachtfalter- und Raupenhaus. Hier kann, neben weiteren nachtaktiven Schmetterlingen und deren Seidenkokons, auch häufig einer der größten Nachtfalter der Erde, der Attacus atlas, bewundert werden (Flügelspanne 20-30cm). Wie fast alle Nachtfalter ist auch er nur nachts aktiv, tagsüber ruht er und lässt sich gut beobachten.

In diesem Haus befindet sich auch die „Kinderstube“ des Schmetterlingsgartens, in der die verschiedenen Entwicklungsstufen der Falter beobachtet werden können. Zurück durch die Schleuse führt der Weg wieder in das Schmetterlingshaus. Am großen Wasserfall mit vielen Ananasgewächsen und Farnen versteckt sich, gut getarnt, gerne der Grüne Leguan.

Über die Louis-Brücke geht es dann zur Südseite des Hauses, wo die Schmetterlinge bei schönem Wetter besonders gerne im Sonnenlicht tanzen. Durch einen pflanzenumrankten Rundbogen gelangt man schließlich zu den Sitzbänken, kann sich einen Moment ausruhen und dabei dem geschäftigen Treiben zuschauen. Der Orchideenpfad führt schließlich zur überdachten  Christian-Peter-Brücke. Von hier aus führt der Weg über die Filippa-Brücke zum Ausgang und zum Ende des Rundganges.

Anschließend lädt die Schmetterlingsboutique zum Bummeln ein. Hier lassen sich hübsche Andenken und interessante Fachliteratur finden und das Eiscafé gleich nebenan bietet Kaffee, Kuchen sowie leckere Eisspezialitäten an.

Im Pavillon können während der ganzen Saison Ausstellungen zu verschiedenen Themen rund um den Schmetterling, Kunstausstellungen und im Sommer die beliebten Kräuterwochen besucht werden. 

Hier endet ihr faszinierender Ausflug in eine tropische Zauberwelt, doch nur wenige Meter entfernt von diesem exotischen Paradies erwartet Sie Schloss Sayn, die Perle der Rheinromantik mit dem Fürstinnenzimmer, in dem aktuell die Sonderausstellung „Seide, Spitze, Hochzeitsschleier“ gezeigt wird, dem beeindruckenden Stucktreppenhaus, der neugotischen Schlosskapelle und dem Rheinischen Eisenkunstguss-Museum.