Kaiserliche Hoheit, Krankenschwester, Künstlerin Sayner Ausstellung zum Leben und Wirken Fürstin Margaretes von Thurn und Taxis

Erstellt am 30. April 2015 von

Ihr Vater war Erzherzog Joseph Karl Ludwig von Österreich, Chef des ungarischen Zweiges des Hauses Habsburg-Lothringen, ihre Mutter Clotilde von Sachsen-Coburg und Gotha. Ihre Großmutter mütterlicherseits war Prinzessin Clémentine d’Orleans, Tochter des „Bürgerkönigs“ Louis Philippe und ihre Ururgroßmutter Kaiserin Maria Theresia. Illuster ist der Stammbaum Erzherzogin Margarethe Klementine Maria von Österreich, am 6. Juli 1870 im ungarischen Alcsút geboren, am 2. Mai 1955 in Regensburg gestorben. Vor allem hier hatte sie seit ihrer Hochzeit 1890 mit Fürst Albert von Thurn und Taxis, einem Sohn Prinzessin Helene in Bayerns („Néné“), der Schwester Kaiserin Elisabeths von Österreich („Sissi“), gelebt.

Fast punktgenau zum 60. Todestag zeigt Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein im Garten der Schmetterlinge in Sayn die Ausstellung „Margarete von Thurn und Taxis – Kaiserliche Hoheit, Krankenschwester, Künstlerin“, die Einblick gibt in das Leben und das vielfältige Wirken ihrer Urgroßmutter.

Bereits mit fünf Jahren saß Margarete auf dem Landgut ihres Vaters, in Alcsút im Sattel und blieb bis ins hohe Alter eine leidenschaftliche Reiterin, als die sie auch eine in der Ausstellung gezeigte wertvolle Figur aus der Nymphenburg-Manufaktur zeigt. Pferde gehören ebenfalls zu den Lieblingsmotiven Margaretes als Künstlerin.

Schon als Jugendliche erhielt Margit, wie sie von der Familie genannt wurde, Mal- und Zeichenunterricht durch eine der bekanntesten impressionistischen Künstlerinnen Österreichs, Olga Wisinger-Florian. Ihr ganzes Leben lang zeichnete und malte Fürstin Margarete und widmete sich nach dem Besuch der Weltausstellung in Paris 1900 auch der Bildhauerei.

Zu ihren bekanntesten Arbeiten als Künstlerin gehören die Illustrationen, die sie für den 1903 von ihrem Vater herausgegebenen „Atlas der Heilpflanzen“ schuf, gewidmet dem Andenken des „unvergesslichen Wohltäters der leidenden Menschheit“, Pfarrer Sebastian Kneipp. Erzherzog Joseph hatte bei einer Kur in Wörishofen am eigenen Leib die segensreichen Wirkungen der Kneippschen Heilmethoden erfahren.

Der „Atlas der Heilpflanzen“ ist ein Schwerpunkt der Ausstellung. Darüber hinaus geht es aber auch um die Arbeit Margaretes als Krankenschwester in dem von ihrem Gemahl eingerichteten Lazarett in Regensburg. Als Operationsschwester assistierte sie bis ins hohe Alter in mehreren Regensburger Krankenhäusern.

Eine ganz andere Facette gilt Margaretes Modebewusstsein. Bereits früh, 1915, trug die Fürstin beispielsweise nicht mehr eine aufwändige Hochsteckfrisur à la Sissi, wie die Frau auf dem Titelbild des „Atlas“, sondern einen modischen Bubikopf.

Die von der Kulturjournalistin Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach kuratierte Ausstellung im Garten der Schmetterlinge in Sayn wird am Sonntag, 3. Mai, 18.30 Uhr durch Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, Ehrenpräsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes, eröffnet. Über Margarete als Künstlerin spricht die Leiterin des Ludwig Museums Koblenz, Prof. Dr. Beate Reifenscheid.

Die Ausstellung ist bis in den September hinein zu sehen, täglich 9 bis 18 Uhr.

 

1 Erzherzogin Margarete von Österreich und Fürst Albert von Thurn und Taxis als Brautpaar