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Garten der Schmetterlinge - Ein Spaziergang
Sie betreten das Schmetterlingshaus durch eine Klimaschleuse. Ein Vorhang hindert die Falter am Verlassen ihres artgerechten Lebensraumes. Sicherlich haben Sie gleich bemerkt, dass es im Haus wärmer und feuchter ist als draußen. Sowohl die exotischen Schmetterlinge als auch die tropischen und subtropischen Pflanzen brauchen dies für eine optimale Entwicklung. Die Tagestemperatur beträgt im Durchschnitt 26 ° C, die Luftfeuchtigkeit etwa 70% Gehen Sie zunächst nach rechts zu den Schaukästen. Der große Puppenkasten beherbergt viele verschiedene Schmetterlingspuppen. Sie sehen oft aus wie vertrocknete Blätter oder Holzstückchen, sind aber lebende Puppen, in denen die geheimnisvolle Umwandlung (Metamorphose) von der Raupe zum Schmetterling stattfindet. Vielleicht haben Sie Glück und ein Schmetterling schlüpft, während Sie zusehen. Meistens geschieht dies in den Morgenstunden. Die Puppe bricht auf und der Schmetterling klettert langsam heraus. Nach dieser anstrengenden "Geburt" muß sich der Falter einen Moment ausruhen, um anschließend Blut in seine Flügel zu pumpen, die noch ganz verknittert an seinem Körper anliegen. Langsam breiten sich die feuchten Flügel aus, bis sie schließlich zu ihrer vollen Größe entfaltet sind. Nun kann sich der Schmetterling von der großen Anstrengung erholen während seine zarten Flügel trocknen. Nach ungefähr einer halben Stunde ist er flugfähig und wird von den Biologen des Schmetterlingshauses in seine neue Heimat entlassen. Im nächsten Schaukasten werden weitere interessante Kleintiere, wie z.B. Vogelspinnen oder Skorpione gezeigt. Auf Ihrem Rundweg durch den Schmetterlingsgarten kommen Sie zunächst über die Filippa-Brücke. Sie trägt ihren Namen nach der zweitältesten Tochter von Fürst und Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Die anderen sechs Brücken wurden nach den weiteren Kindern der Fürstenfamilie, Alexandra, Sofia, Louis, Heinrich sowie Casimir und Christian Peter benannt. Statt über die Filippa-Brücke können Sie auch auf dem Dschungelpfad zur Sofia-Brücke gelangen. Hier finden Sie eine Futterstelle, auf der verschiedene Früchte als Zusatznahrung für die Schmetterlinge, vor allem für die Bananenfalter, ausgelegt sind. Die meisten Schmetterlinge ernähren sich vor allem von Blütennektar. Im Schmetterlingshaus finden Sie deshalb immer viele blühende Pflanzen wie z.B. das Wandelröschen (Lantana camara) oder Roseneibische (Hibiscus sinensis). Beide Sträucher sind wertvolle Nektarspender. Die Schmetterlinge setzen sich auf den Blütenrand oder schweben wie ein Kolibri davor und saugen mit ihrem langen Rüssel können die Falter den Nektar aus den Blüten saugen.
Nun folgen Sie dem Rundweg nach rechts und kommen auf dem Weg zur Sofia-Brücke an der Hibiskushecke vorbei. Vorsicht, hier könnte gerade Familie Wachtel mit ihren hummelgroßen Kindern vorbeihuschen. Laut nach ihrer Mutter piepsend, laufen die wenige Tage alten Küken der chinesischen Zwergwachteln durch das Haus. Die nach ca. 23 Tagen ausschlüpfenden Nestflüchter können sofort nach dem Abtrocknen laufen und Futter picken. Sie brauchen aber dennoch etwa 10-14 Tage lang den wärmenden Schutz der Eltern. Oben auf der Sofia-Brücke können Sie den Blick über den Garten genießen. Wenn Sie im Hintergrund munteres Gezwitscher hören, so stammt dies von asiatischen Tigerfinken, Gould- und Papageienamadinen aus Australien oder von afrikanischen Goldbrüstchen. Weitere interessante Kleintiere wie z.B. Wandelnde Blätter bevölkern die Schaukästen neben der Sofiabrücke. Ähnlich wie manche Schmetterlinge haben auch diese Tiere spezielle Strategien entwickelt, um in der Natur zu überleben. Teilweise sind sie so gut getarnt, dass man genau hinsehen muss, um sie zu entdecken. Rechts gelangen Sie, wieder durch eine Schleuse, in das Nachtfalter- und Raupenhaus. Hier können Sie neben verschiedenen nachtaktiven Schmetterlingen auch häufig einen der größten Nachtfalter der Erde, den Attacus atlas, bewundern (Flügelspanne 20-30cm). Wie fast alle Nachtfalter ist er nur nachts aktiv, tagsüber ruht er. In diesem Haus befindet sich auch die "Kinderstube" des Schmetterlingsgartens, in der Sie die verschiedenen Entwicklungsstufen der Falter beobachten können. Dazu eine kurze Bemerkung: fast alle Schmetterlinge der Welt benötigen eine ganz bestimmte Pflanzenart, auf die sie ihre Eier ablegen und deren Blätter ihren Raupen als Futter dienen. Ohne diese Futterpflanzen kann es keinen Nachwuchs, also keine Schmetterlinge, geben.
Anschließend laden wir Sie ein, einen Rundgang auf dem Naturpfad um unser Haus zu machen. Hier stellen wir Ihnen Lebensräume für einheimische Schmetterlinge vor und geben Ihnen damit Anregungen zur Gestaltung Ihres eigenen Gartens. So gibt es einen Kräuter- und Bauerngarten, eine Wildwiese, einen kleinen Teich, ferner eine Trockenmauer mit einem Stück Trockenrasen sowie eine Frucht- und Blütenhecke. Wenn Sie eine Frage haben, wenden Sie sich bitte an eine unserer Biologinnen. Im Pavillon zeigen wir während der ganzen Saison Ausstellungen und Videofilme zu verschiedenen Themen rund um den Schmetterling. |