Saisonbeginn bei Fürstenschloss & Schmetterlinge

Erstellt am 25. Februar 2022 von

Fürstenschloss, Schmetterlinge, Orchideen

Sayn. Am 1. März beginnt die Saison bei „Fürstenschloss & Schmetterlinge“, dem gemeinsamen Auftritt von zwei großen Attraktionen der Region an Rhein und Mosel. Zum Saisonbeginn 2022 erwarten den Besucher im berühmten Garten der Schmetterlinge von Fürstin Gabriela und dem Neuen Museum im benachbarten Schloss ihres Gatten Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein gleich zwei Höhepunkte: Im Schmetterlingshaus, umgeben von der Blütenpracht wunderschöner Orchideen, Pit Thuls Ausstellung faszinierender Aufnahmen aus dem Leben des Blauen Morpho – und im benachbarten Neuen Museum „Das Nibelungenlied“ mit Illustrationen des russischen Künstlers Genia Chef zur Nibelungen-Sage.

Wann wird es endlich Frühling? Das fragen wir uns alle nach einem langen grauen Corona-Winter.

In Sayn kann man ihn schon bald erleben, denn am 1. März beginnt die Saison im Garten der Schmetterlinge. Das kleine Paradies liegt inmitten des Fürstlichen Schlossparks, den Fürst Ludwig zu Sayn-Wittgenstein im 19. Jahrhundert durch den renommierten Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer im Stil eines englischen Landschaftsgartens anlegen ließ. Heute schätzen dieses beeindruckende Denkmal der Gartenkunst mit seinen prächtigen Baumriesen Erholungsuchende, Naturfreunde oder Fotografen gleichermaßen.

In zwei Glashallen, gleich gegenüber der neugotischen Residenz der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, erwartet den Besucher, zwischen üppig gedeihenden Pflanzen und plätschernden Wasserfällen ein Zauberreich voller Schönheit. 

Farbenprächtige Falter aus Zentral- und Südamerika, aus Kenia, Uganda, Malaysia sowie Thailand fliegen durch die Hallen und entführen sogleich in sonnige Gefilde. Über 1000 Schmetterlingspuppen sind in den letzten Tagen eingetroffen – speziell gezüchtet und vorsichtig verpackt in den verschiedenen Heimatländern der Schmetterlinge. Nun schlüpfen Tag für Tag filigrane Schönheiten und werden mit ihrer Farbenpracht und in ihrer Vielzahl die Besucher erfreuen.

Für Gäste des Schmetterlingshauses gibt es ein besonderes Bonbon: mit ihrer Eintrittskarte erwerben sie gleichzeitig den Zugang zum gegenüber liegenden Neuen Museum Schloss Sayn. 

Dort hat es in den vergangenen Jahren große Veränderungen gegeben. Fürst Alexander und Fürstin Gabriela haben den Auszug des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums genutzt und die Schlossräume für eine spannende neue Ausstellung umgestaltet. Darin verweben sich über 200 Jahre Familiengeschichte mit den Biografien von zwei großen „Jahrhundert-Fürstinnen“.

Zunächst stehen die herausragenden Fotografien der 1919 geborenen Fürstin Marianne zu Sayn-Wittgenstein im Fokus, sie zeigen die Entbehrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit genauso wie die gesellschaftlichen Auftritte der legendären „Mamarazza“ und Grande Dame der Salzburger Festspiele.

Das 1. Obergeschoß der weitläufigen Museumsräume widmet sich dem Leben am Hof der schönen und klugen russischen Fürstin Leonilla (1816–1918), die sich vor 170 Jahren in Sayn niederließ und Kaiser und Könige empfing.

In beiden Einrichtungen gibt es für Jedermann kostenlose Führungen per DigiWalk. Zudem bereichern Sonderführungen für Kinder, Erwachsene oder die ganze Familie das Angebot.

Für Abwechslung sorgen während der Saison auch verschiedene Sonderausstellungen.

Im Neuen Museum wird bis Ende Mai „Das Nibelungenlied“ von Genia Chef gezeigt. Der Künstler hat in den letzten Jahren rund 400 Illustrationen auf Papier und diverse große Leinwände zu der Nibelungen-Sage geschaffen. Davon zeigt er in Sayn etwa die Hälfte.

Genia Chef, dessen Arbeiten bereits weltweit Beachtung fanden, u. a. bei der Biennale in Venedig, ist ein genialer Maler. In Russland geboren, studierte er fünf Jahren in Moskau und fügte weitere fünf Jahre in Wien bei den Professoren Rudolf Hausner und Arik Brauer hinzu. Als Meisterschüler gewann er mit seiner Abschlussarbeit den Goldenen Fügerpreis der Wiener Akademie.

Im Garten der Schmetterlinge zeigt der Fotodesigner Pit Thul ab Saisonbeginn einige seiner faszinierenden Aufnahmen aus dem Leben des Blauen Morphos, die die Grundlage seines wunderschönen 2021 erschienenen Fotobandes über den sogenannten Himmelsfalter sind. Eine besondere Augenweide werden zudem die Orchideen sein, die ebenfalls ab Anfang März, von dem seit 1896 bestehenden OrchIDEENgarten aus der östlichen Lüneburger Heide geliefert werden. In deren großem Schaugarten kultivieren sie – einmalig in Europa – 1000 verschiedene Orchideen, gut 100 davon kommen zum Frühlingsanfang nach Sayn.