Geschichte

Das ehemalige Burghaus der Herren von Reiffenberg ist mittelalterlichen Ursprungs. Von den Grafen von Boos-Waldeck, die die Anlage 1757 barock umgebaut hatten, konnte das Anwesen mitsamt einem kleinen Rittergut 1848 von Ludwig Adolph Friedrich Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, späterer 1. Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, erworben werden.

Schloss Sayn

Noch im selben Jahr schenkte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. dem Fürsten und seiner russischen Gemahlin Fürstin Leonilla den an­gren­zen­den Burg­berg samt Ruine der saynschen Stammburg.

Fürst Ludwig Adolph Friedrich

Der Fürst ließ das Herrenhaus 1848-1851 noch im selben Jahr durch den Architekten François Joseph Girard (1806-1872), der später der Generalintendant des Louvres werden sollte, zum neugotischen Schloss umbauen. Die Weingärten und Felder vor dem Schloss wurden zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet und die Burganlage mit romantischen Laubengängen wieder begehbar gemacht.

Schloss Sayn

Schloss Sayn

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss erheblich zerstört, als deutsche Truppen auf dem Rückzug versuchten, eine direkt vor dem Schloss liegende Brücke mit Hilfe einer Fliegerbombe zu sprengen. Das Schloss verfiel bald zu einer Ruine. Im Äußeren weitgehend unzerstört blieb die 1861 von dem Koblenzer Architekten Nebel errichtete Schlosskapelle mit der darunter liegenden Krypta als Grablege des Sayner Fürstenhauses. Mit Unterstützung des Förderkreis Abtei Sayn konnten bis 2004 die besonders wertvollen Glasfenster von Moritz von Schwind rekonstruiert sowie die reiche Farbfassung in den Innenräumen erneuert werden.

Schloss Sayn

Der Schlossturm, ein 1467 erstmals erwähnter ehemaliger Torturm („Überportzen“), wurde bereits 1968 durch Fürst Alexander im barocken Stil restauriert. Mit den Aufbauarbeiten der übrigen Gebäudeteile wurde bereits Mitte der 80er Jahre begonnen, nachdem das Schloss zu einem Denkmal von besonderer nationaler kultureller Bedeutung eingestuft worden war.

Seit Abschluss der Restaurierungsmaßnahme im Sommer 2000 entspricht das äußere des Schlosses wieder dem ursprünglichen, neugotischen Erscheinungsbild. Auch das Haupt- Treppenhaus und eine Reihe von Salons und Sälen sind weitgehend im Stil vergangener Zeiten restauriert bzw. eingerichtet, während der gesamte Ostflügel eine gelungene Symbiose aus alt und modern zeigt. In diesem Flügel befindet sich das Rheinische Museum für Eisenkunstguss.